Vitamin B12 Mangel

Ein B12 Mangel kommt häufiger vor als angenommen und wirkt sich auf den Körper prekär aus. Das Vitamin B12 ist für das körperliche und emotionale Wohlbefinden des Menschen essenziell; es arbeitet für den Stoffwechsel wie das Nervensystem, die Blutbildung und die Entgiftung.

Man nennt es das “rote Vitamin”, in den Mineralien Methylcobalamin, Hydroxycobalamin und Cyanocobalamin enthält es als einziges Vitamin Kobaltspuren und kann in seiner komplexen Struktur synthetisch nicht hergestellt werden, wohl aber durch Bakterienkulturen.

In der Nahrung kommt es in Eiern, Fisch und Fleisch vor, in geringen Mengen auch in Milchprodukten, wenn diese nicht pasteurisiert werden. Auch die übrigen Nahrungsmittel verlieren in Kochtopf und Pfanne schnell das enthaltene Vitamin B12.

Wie entsteht B12 Mangel?

Wenn Vitamin B12 ungenügend zugeführt oder nicht richtig verarbeitet wird, entsteht der B12 Mangel. Jeder Mensch benötigt rund zwei Mikrogramm davon täglich für über hundert Vorgänge im Körper, neben der Blutbildung (Erythropoese) auch für das Wachstum, die Zellteilung und -reifung, den Methionin-/Homocysteinstoffwechsel, der Nukleinsäuresynthese, sowie den Kohlenhydrat-, Aminosäure- und Fettsäurestoffwechsel.

Die Leber gesunder Menschen speichert jedoch Vitamin B12 in einer Menge, die auch bei ungenügender Zufuhr den Bedarf noch auf mehr als zwei Jahre decken würde. Aus diesem Grund ist ein B12 Mangel nur schleichend zu erkennen. Rund 5 – 10% der mitteleuropäischen Bevölkerung sind betroffen, darunter die Risikogruppen:

-Personen über 60 Jahre (etwa 30% von ihnen)
-Schwangere und Stillende
-chronisch Kranke
-Säuglinge

Ursächlich für den Mangel bei älteren Personen ist die verminderte Resorption, zu erkennen ist das an der mangelnden Bildung roter Blutkörperchen (Anämie), die Folge kann unter Umständen Altersdemenz sein. Neurologische Symptome treten auch bei jüngeren Personen auf, noch bevor eine Anämie messbar wird. Weitere Ursachen finden sich vielfach in einer mangelnden, oft in anderen Lebensumständen (Schwangerschaft, Stillzeit) umgestellten Ernährung.

B12 Mangel: Symptome und Folgen

Eines der messbaren Symptome im späteren Stadium ist die perniziöse Anämie, die auf mangelnder DNA-Synthese durch fehlendes Vitamin B12 beruht. Weitere neurologische Symptome sind:

-Störung der Tiefensensibilität
-mangelndes Vibrationsempfinden
-schmerzhafte Parästhesie (Kribbeln, Jucken, Pelzigkeit, “Ameisenhaufen” auf der Haut)
-motorischer Ausfall
-Lähmung (funikuläre Myelose)

In der Haut und in der Schleimhaut kommt es bei einem B12 Mangel zu schweren Zellteilungsstörungen, welche die beschriebenen neurologischen Symptome auch ohne Anämie auslösen. Voraus gehen in der Regel diffuse Symptome:

-Müdigkeit
-Konzentrationsstörungen
-Depression
-Gedächtnisschwäche
-Bluthochdruck
-Migräne und allgemeine Kopfschmerzen
-Nahrungsmittelunvertäglichkeiten
-Rückenschmerzen
-Allergien
-Parästhesien
-Muskelschwäche
-Burning-Mouth-Syndrom
-Appetitlosigkeit

Der Verlauf wird als langsam progressiv beschrieben, die Symptome als sehr vielfältig. Sie unterscheiden sich bei den einzelnen Patienten oft erheblich, gemeinsam klagen sie lediglich über eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Säuglinge werden zum Schrei-Baby, es droht die Gefahr schwerer Entwicklungsstörungen. Die Mutter kann dennoch völlig beschwerdefrei sein, obgleich es einen eindeutigen endogenen Zusammenhang gibt. In späterem Alter erhöht sich das Risiko von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Therapie von B12 Mangel

Eine Nahrungsergänzung hat sich bewährt, wenn Fehlernährung die Hauptursache für den Mangel darstellt. Auch jährlich mehrere intramuskuläre Spritzen mit B12 sind wirksam, alternativ kann die Nahrungsergänzung sehr stark erhöht werden, wenn Resorptionsstörungen über den Magen vermutet werden (Erhöhung um den Faktor 1.000). Entscheidend scheint innerhalb der Ernährung das Essen von Fisch, Fleisch und Eiprodukten zu sein, denn bei strikten Veganern wurde in einigen Studien ein B12 Mangel bei 80 Prozent aller Propanden nachgewiesen.

Diese Personen müssen ihre Ernährung nicht umstellen, sollten aber B12-haltige Präparate einnehmen. Das betrifft auch Lakto-Vegetarier, welche Milchprodukte nicht ablehnen, denn in Milchprodukten ist Vitamin B12 nur sehr geringfügig enthalten. Ein Umstieg auf Rohmilch und der Verzehr von wenig gebratenem Fisch und Fleisch gehört ebenfalls zu den Ernährungsempfehlungen, wenn ein B12 Mangel vermutet wird.

, , , , ,